Hamburg sucht zwei Kunstbeutelträger

12. Februar 2016

Hamburg sucht zwei Kunstbeutelträger

Kulturbehörde setzt Experiment städtischer Kunstförderung mit Unterstützung der Körber-Stiftung fort

Gemeinsam mit einer Gruppe engagierter Hamburger Künstlerinnen und Künstler ist die Kulturbehörde in den Jahren 2013 und 2014 mit einem Experiment neue Wege der Kulturförderung gegangen. Unter Geheimhaltung ihrer Aufgabe bewegten sich für jeweils ein Jahr Kunstbeutelträger durch die Stadt, besuchten Veranstaltungen, führten Gespräche und entschieden, welche Person, Gruppe, Organisation oder Institution für ihre Arbeit mit welchem Betrag ausgezeichnet werden soll. Die Preisträger sollten aus dem Bereich der bildenden Kunst stammen und der bildenden Kunst im Raum Hamburg in letzter Zeit deutliche Impulse gegeben haben.

Ziel des befristeten Experimentes ist es, bestehende Förderstrukturen zu hinterfragen und einen Diskurs über bildende Kunst zu initiieren. Hierzu mussten die Kunstbeutelträger unter www.kunstbeutel-hamburg.de ihre Entscheidungen begründen und zur Diskussion stellen. Das Experiment ist nicht nur im Internet, sondern auch überregional auf sehr große Resonanz gestoßen.

Die Kulturbehörde hat das Jahr 2015 genutzt, um mit allen Beteiligten die Erfahrungen auszuwerten. In 2016 soll nun das Projekt mit einigen Modifikationen und finanzieller Beteiligung der Körber-Stiftung fortgesetzt werden. In diesem Jahr werden zwei Kunstbeutelträger, die nicht voneinander wissen, parallel in der Stadt tätig, um jeweils 50.000 Euro zu vergeben.

Hinzu kommt eine entscheidende Neuerung: Jeder kunstinteressierte Bürger darf einen Kunstbeutelträger vorschlagen. Der Vorschlag ist schriftlich an die Kulturbehörde zu senden und muss neben dem Namen des Vorgeschlagenen eine Charakterisierung sowie deren Kontaktdaten enthalten. Es muss kurz erläutert werden, dass die vorgeschlagene Person nachweislich über Fachkompetenz im Bereich der bildenden Kunst (Studium, Beruf oder ähnliches) verfügt und die Hamburger Kunstszene kennt.

Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: „Kunstförderung bietet immer reichlich Anlass für hitzige Debatten. Mit dem Experiment ‚Kunstbeutelträger’ haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und wollen genau diese Diskussionen über die Hamburger Kunstszene und die öffentliche Kunstförderung der Stadt initiieren. Der bisherige Verlauf des Experiments hat uns gezeigt, dass wir damit einen Nerv getroffen haben. Um die Diskussion um bildende Kunst noch weiter in die Stadt zu öffnen, wollen wir nun allen kunstinteressierten Bürgern die Möglichkeit geben, Vorschläge für Kunstbeutelträger einzureichen. Mit der Beteiligung der Körber-Stiftung können wir zudem das Experiment 2016 ausweiten und den Diskurs noch breiter in die Stadtgesellschaft tragen.“

Anja Paehlke, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung: „Der Kunstbeutel ist ein Experiment in Sachen Künstlerförderung und bietet die Chance, einen neuen Blick auf Kunstpositionen in Hamburg zu richten.“

Bis zum 13. März 2016 müssen die Vorschläge, wer 2016 Kunstbeutelträger werden soll, am besten per Mail, in der Kulturbehörde eingegangen sein: Kulturbehörde Hamburg, Frank Hänke, Hohe Bleichen 22, 20354 Hamburg, Mail: frank.haenke@kb.hamburg.de.

Nach einer kurzen Prüfung der Angaben auf Plausibilität wird der Amtsleiter der Kulturbehörde aus den Vorschlägen zwei Kunstbeutelträger für das Jahr 2016 losen, die wie bisher anonym agieren und namentlich nicht in Erscheinung treten werden. Die Kunstbeutelträger müssen bis Ende September 2016 die Preisträger ausgewählt haben, wobei sie diese auf Website www.kunstbeutel-hamburg.de innerhalb des Zeitraums stetig veröffentlichen und die Preiswürdigkeit des Preisträgers in Kurzform zu begründen haben.

Nach der Vergabe ist für Mitte November 2016 eine öffentliche Diskussionsveranstaltung im Körber Forum geplant, die auf neue Perspektiven und Positionen im Bereich der bildenden Kunst aufmerksam machen und zugleich den Blick für neue Verfahren in der Kulturförderung, ob öffentlich oder privat, öffnen soll.

Rückfragen der Medien:

Enno Isermann
Pressestelle der Kulturbehörde
Tel.: 040 / 428 24 – 207
enno.isermann@kb.hamburg.de

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